Schmeiß den Grill an – aber nachhaltig!

Grillen gehört für mich zum Sommer wie der Geruch von Sonnencreme, das Freiheitsgefühl, nur noch in seinen Birkenstocks durch die Straßen ziehen zu können und das unaufhörliche Verlangen nach Eis.

Mit dem Liebsten bei einem kühlen Bier oder Gin Tonic (Zwinker, Zwinker) auf die Köstlichkeiten vom Rost zu warten, während einem der betörende Geruch in die Nase steigt und das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt, ist für mich ein absolutes Glücksgefühl. Man merkt ich bin ein absoluter Grillfan! Um euch an diesem Glücksgefühl „Grillen“ teilhaben zu lassen, haben wir euch ein paar Tipps und Tricks zusammengestellt, wie ihr euren nächsten Grillabend lecker und nahhaltig gestalten könnt.

  1. Was ihr beim Kauf von Grillkohle beachten müsst

Den Königsstreit um die Frage, ob nun Holzkohle oder Gas das einzig Wahre ist, wollen wir heute nicht führen. Solltet Ihr jedoch zu den Holzkohlefans gehören, dann haben wir hier ein paar Hinweise für euch, worauf ihr beim Kauf der Holzkohle achten solltet.

Verwendet Holzkohle aus heimischer Buche. Oft stammt die Holzkohle nämlich von Bäumen aus Afrika oder Südamerika. Das Holz hat dann nicht nur einen langen Transportweg hinter sich, sondern stammt meist auch aus der Abholzung des Regenwaldes.

Außerdem solltet ihr auf Holz-Siegel wie

  • FSC (von NABU und BUND empfohlen),
  • PEFC (vom Landwirtschaftsministerium empfohlen, von NABU und BUND nicht empfohlen) oder
  • Naturland (empfohlen vom BUND)

achten. Diese zeigen euch an, dass das verwendete Holz aus einer nachhaltigeren Holzwirtschaft stammt. Trotz dieser Siegel solltet ihr euch jedoch immer vergewissern, dass das Holz zumindest aus europäischen Laubwäldern stammt. Wie immer gilt: Lasst euch nicht von beschönigenden Produktbeschreibungen oder Hinweisen täuschen.  Formulierungen wie „kein Tropenholz“, „Naturprodukt“, „natürlicher Herkunft“ oder „aus bewirtschafteten Forstbeständen“ klingen zwar ganz nett, sind jedoch nicht an gesetzliche Vorgaben gebunden und damit in ihrer Aussagekraft eher wertlos.

  1. Alternativen zur Grillkohle

Mittlerweile gibt es auch spannende Alternativen zur Grillkohle, mit denen ihr so richtig einheizen könnt. Olivenkerne, Weinreben oder Kokosnussschalen sollen die Grillkultur revolutionieren und nachhaltiger gestalten. Doch auch hier gilt: Achtet auf die Herkunft. Kokosnussschalen haben meist einen längeren Transportweg als Olivenkerne und Weinreben.

  1. Richtig einheizen

Dass Spiritus, Benzin und Co. nicht die richtige Wahl zum Einheizen sind, sollte jedem klar sein. Chemische Anzünder stinken nicht nur, sondern sind auch giftig. Außerdem kommt es bei der Verwendung dieser Anzünder immer wieder zu schweren Unfällen.

Zum Anzünden der Grillkohle oder möglichen Alternativen solltet ihr Anzünder aus natürlichen Materialien verwenden. Auch ihr gibt es FSC-zertifizierte Produkte.

  1. Doch was kommt aufs Rost?

Für viele gehört zu einem Grillabend Fleisch oder Fisch. Wenn ihr darauf auch nicht verzichten wollt, dann solltet ihr auf die folgenden Dinge achten:

Klasse statt Masse! Finger weg von bereits fertig marinierter Billigware. Kauft regional ein und achtet darauf, dass das Fleisch Bioqualität hat. Am besten kauft ihr Fleisch, das nicht nur das EU-Biosiegel trägt, sondern auch das Bioland-, Naturland- oder Demeter-Zeichen tragen darf.

Für Fisch gilt: Das Produkt sollte mit einem Siegel wie MSC, ASC oder FOTS ausgezeichnet sein.

Vielleicht können wir euch aber auch dazu inspirieren, beim nächsten Grillabend auf Fleisch oder Fisch zu verzichten. Mittlerweile gibt es viele Fleischalternativen – auch für den Grill – im Supermarkt. Ob Tofu-Würstchen, Sojabratling oder Tempeh, die Auswahl an fleischlosen und sogar veganen Alternativen ist groß und befindet sich bereits fertig abgepackt und einsatzbereit in der Kühltheke.

Ihr könnt aber natürlich auch selbst kreativ werden. Als Inspiration haben wir hier drei leckere Grillgut-Rezepte aufgeschrieben, die völlig ohne tierische Produkte auskommen.

Gebratene Aubergine – ein Rezept für gemütliche Griller, die wenig Zeit in der Küche verbringen wollen 

Ihr braucht:

  • eine Aubergine
  • Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
  • Gewürze nach Wahl (wir empfehlen: Kreuzkümmel)

So geht’s:

  1. Aubergine waschen, abtrocknen und auf den Grill legen.
  2. Nun ist Geduld angesagt. Aubergine ab und zu wenden und warten bis die Schale von außen komplett verbrannt ist.
  3. Nun die Aubergine vom Grill nehmen und der Länge nach aufschneiden. Das Fruchtfleisch sollte sich nun problemlos von der Schale lösen. Sollte dies nicht der Fall sein, muss die Aubergine noch für ein paar Minuten auf den Grill.
  4. Das herausgelöste Fruchtfleisch mit ein wenig Olivenöl beträufeln und mit Pfeffer, Salz und anderen Gewürzen nach Belieben abschmecken. Fertig!

Das Rezept ist super simpel, aber wirklich köstlich. Das Fruchtfleisch ist super und hat ein leicht rauchiges Aroma. Love it!

Tofu selbst marinieren

Ihr braucht für die Marinade:

  • 1/2 Tasse Weißweinessig
  • 2 EL Reiswein
  • 1/2 Tasse Sojasoße
  • 2 EL Wasser
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Stück frischen Ingwer
  • 1/4 Tasse Olivenöl
  • 2 EL gemischte Kräuter (z.B. Thymian, Oregano, Rosmarin)
  • 1 Prise frischer Pfeffer

So geht’s:

  1. Kräuter, Knoblauch und Ingwer kleinhacken und mit den restlichen Zutaten vermengen.
  2. Tofu in einen Behälter geben und mit der Marinade übergießen. Der Tofu sollte mindestens eine halbe Stunde in der Marinade ziehen.

Tipp: Wenn ihr den unbehandelten Tofu vor der Zubereitung einfriert, langsam auftauen lasst und das überschüssige Wasser durch leichten Druck auspresst, bekommt der Tofu eine fluffigere Konsistenz.

  1. Tofu aus dem Behälter nehmen, abtropfen lassen und auf den heißen Grill legen. Von beiden Seiten kross anbraten.

Vegane Grillspieße

Ihr braucht:

  • 12 Spieße (hier könnt ihr wiederverwendbare Edelstahlspieße anstatt der gängigen Holzspieße verwenden)
  • 750 g Champignons
  • 2 Gemüsezwiebeln,
  • 2 Paprika
  • 1 Zucchini
  • Tempeh

Für die Marinade:

  • 4 EL vegane BBQ-Sauce
  • 1 TL süßer Senf
  • 1 Knoblauchzehe
  • ½ TL Salz
  • 1 geh. EL Paprikapulver, scharf
  • 1 geh. EL Steak Gewürz
  • Pfeffer
  • 1 TS Öl

So geht’s:

  1. Das Gemüse und den Tempeh in möglichst gleichgroße Stücke (ca. 3×3 cm) scheiden.
  2. Knoblauch kleinhacken oder pressen und mit den anderen Zutaten der Marinade vermengen.
  3. Tempehstücke in eine Schüssel geben und mit der Marinade übergießen. Die Stücke müssen mind. 30 Minuten in der Marinade ziehen.
  4. Abwechselnd die verschiedenen Gemüsesorten und die Tempehstückchen auf die Spieße stecken.
  5. Fertige Spieße auf den Grill legen und von allen Seite anbraten.

5. Grillreste richtig aufbewahren

Die gewünschte Vielfalt beim Grillen sorgt oft dafür, dass Rest übrigbleiben. Zum Abdecken von Salaten, Soßen und Dips könnt unsere Bowl Cover oder Bienenwachstücher verwenden. Diese sind wiederverwendbar und ersetzen Alu- und Frischhaltefolie. Mit den Food Containern könnt ihr Gemüse- oder Tofureste im Kühlschrank aufbewahren oder ihr friert sie mit wiederverwendbaren Silikonbags ein. So wird nichts weggeschmissen 🙂

Was darf für euch beim Grillen auf keinen Fall fehlen? Teilt eure Ideen und Tipps gerne mit uns. Wir freuen uns auf euer Feedback! Und jetzt ab an den Grill!

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