Wie eure Möbelstücke zu Wegbegleitern werden

Wir leben in einer Wegwerf-Gesellschaft. Jagen Trends hinterher und wollen in jeglicher Hinsicht immer up-to-date sein. Diese Jagd nach Trends bezieht sich dabei nicht nur auf die neuste Mode oder die Super-Foods aus fernen Ländern, sondern auch auf unsere eigenen vier Wände. Die Einrichtungsgegenstände in unserer Wohnung sind heute nicht mehr Wegbegleiter, sondern meist nur noch Gebrauchsgegenstände mit Verfallsdatum. Und genau dieses Verfallsdatum drücken wir ihnen oft schon an der Kasse im Möbelhaus auf.: „Für die nächsten 2 Jahre reicht die Couch“ oder „den nächsten Umzug überlebt der Schrank eh nicht mehr“. Wie bei so vielen Dingen, haben wir das Bewusstsein für die Wertigkeit von Möbeln verloren.

Die Vorstellung, dass unsere Möbel zu Wegbegleitern werden finden wir nicht nur ziemlich romantisch, sondern auch äußerst nachhaltig. Inspiriert durch den Umzug unseres Naturalou Concept Stores haben wir euch ein paar Ideen aufgeschrieben, wie Ihr eure eigenen vier Wände nachhaltiger einrichten könnt:

Tipp 1: Verfallt nicht in einen „Nachhaltigkeits-Aktionismus“ und werft eure Möbel einfach weg, denn das hat nichts mit Nachhaltigkeit zutun!

Tipp 2: Repariert eure Möbelstücke selbst oder lasst sie reparieren! Nur weil der Stuhl wackelt oder die Tür am Schrank klemmt muss nicht gleich der Sperrmüll bestellt werden. Ihr könnt selbst Hand anlegen oder begabte Familienmitglieder oder Freunde fragen. Wenn ihr nicht wisst, wie es geht, könnt ihr euch auch Rat im Internet suchen oder euer Möbelstück einfach zu einem Experten bringen. Ihr findet bestimmt einen Schreiner in eurer Umgebung. Mit eurem Auftrag achtet ihr nicht nur auf einen nachhaltigen Lebensstil, sondern unterstützt auch die lokale Wirtschaft. Wir finden das super!

Tipp 3: Lieblingsstücke verkaufen oder kaufen – aber auch tauschen und verschenken macht glücklich! Ihr habt zuhause ein Möbelstück stehen, das euch nicht mehr gefällt? Dann macht doch einfach jemand anderen damit glücklich. Verkauft oder verschenkt es auf dem Trödelmarkt, über das Internet oder im Freundeskreis.

Aber auch ihr könnt selbst fündig werden. Bei meinem letzten Trödelmarktbesuch habe ich einen alten Holzkühlschrank gefunden, in dem man früher mit einem großen Eisklotz seine Lebensmittel gelagert hat. Er steht nur gereinigt in meinem Wohnzimmer und beherbergt meine Gin-Gläser und -Falschen. Ein wahres Schätzchen, dass nicht nur ein Hingucker ist, sondern auch äußerst praktisch! In dem alten Eisfach kann man auf Partys die Eiswürfel für die Getränke lagern. Storm braucht man dafür nicht! Trödelmärkte sind nicht nur nachhaltig, sondern schonen auch euren Geldbeutel! Aber auch bei Wohnungsauflösungen kann man das eine oder andere Schätzchen finden und ihm ein neues Zuhause geben.

Tipp 4: Baut eure Möbel selbst! Einfache Regale oder eine Couch aus Paletten könnt ihr auch mit ein bisschen Geschick selbst bauen. Das macht nicht nur Spaß, sondern verleiht den selbstgebauten Möbelstücken auch eine Geschichte. Das mag jetzt vielleicht etwas pathetisch klingen, aber wenn ihr selbst Hand anlegt, dann ist das Regal oder die Couch nicht mehr nur ein Möbelstück für euch, sondern auch ein Erinnerungsstück, das man nicht so leichtfertig wegwirft. In unserer Stories bei Instagram konntet ihr sehen, dass auch wir in unserem Laden selbst Hand angelegt haben. Und wir können euch versprechen, es ist nicht nur Schweiß, sondern auch ganz viel Herzblut geflossen. In jedem Detail steckt nun ganz viel Liebe.

Tipp 5: Nachhaltige Möbel. Natürlich gibt es auch Alternativen zu konventionellen Möbeln, die zwar mit günstigen Preisen locken, aber meist nicht einmal einen zweiten Umzug überleben: Öko-Möbel! Wir haben bei Utopia eine Liste von Anbietern nachhaltiger Möbel gefunden, die ihr unter folgendem Link findet:

https://utopia.de/bestenlisten/nachhaltige-moebelhaeuser-bio-oeko-moebel/

Für diese Möbel müsst ihr natürlich tiefer in die Tasche greifen, bekommt dafür aber auch eine bessere Qualität, die es euch ermöglicht, dass Möbel eure Umzüge und Veränderungen im Leben nicht nur überleben, sondern auch miterleben.

Tipp 6: Weniger ist mehr! Dieser Satz könnte das Mantra der Nachhaltigkeit werden. Kauft bewusst das ein, was ihr auch braucht. Konsumiert nicht nur, um Bedürfnisse zu befriedigen, die in euch durch die Werbung im Fernsehen oder auf Social-Media-Plattformen geweckt worden sind. Ihr sollt euch in euren eigenen vier Wänden wohl fühlen und dazu gehört natürlich auch Deko oder der ein oder andere Schnick-Schnack. Wer hat ihn nicht? Denn sind wir mal ehrlich, ein Gin-Schrank ist nicht unbedingt notwendig (auch wenn er aus einem super schönen Holzkühlschrank gemacht worden ist). Aber darum geht es uns auch nicht. Wichtig ist, dass uns wieder bewusst wird, wie und warum wir gewisse Dinge kaufen.

Also lasst eure Möbel zu euren Wegbegleitern werden! Wir finden es nämlich äußerst romantisch, wenn die Glasabdrücke auf dem Küchentisch von vergangenen WG-Abenden aus Ausbildungs- und Studienzeiten berichten, die Kerbe im Schrank den ersten Unfall eures Kindes mit dem Bobbycar festhält oder ihr beim Anblick des Sessels an die unzähligen Lesestunden auf dem Schoß eurer Großeltern denkt.

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