Tipps für einen Einkauf im Unverpackt-Laden

Wocheneinkauf. Die Einkaufsliste ist lang, der Kühlschrank leer. Es geht in den Supermarkt. Direkt nach Betreten des Supermarkts springt uns das perfekt drapierte Obst und Gemüse entgegen. Mit leuchtenden Farben suggeriert es uns ein Gefühl von Frische und Natürlichkeit. Doch bei näherer Betrachtung schwindet die anfängliche Euphorie. Die Paprika liegen zu dritt in einem Plastikschlauch, Kartoffeln und Zwiebeln sind abgepackt in Plastiknetzen und die Gurken sind überzogen mit einer Plastikfolie. Und so geht es weiter… Im Nudelregal steht Plastiktüte neben Plastiktüte. Bizarr wird es in der Abteilung für Baby- und Kleinkindernahrung: auf kleinen Verpackungen mit Hartplastikverschluss sind Bilder von frischen Früchten und in Ihnen steckt gerade mal 100g Fruchtpüree.

Der Gang durch den Supermarkt gleicht oftmals einer Plastikparade. Zuhause angekommen werden die Produkte sofort oder vor dem Verzehr aus ihrer Hülle befreit, die ohne Umwege in unserem Müll landet. Es ist schwer im herkömmlichen Supermarkt auf Plastik zu verzichten. Aus diesem Grund möchten wir heute über Unverpackt-Läden sprechen. Viele von euch werden diese Art des Einkaufens bereits kennen. Für die Glücklichen, die einen solchen Laden in erreichbarer Nähe haben, haben wir ein paar Tipps und Tricks gesammelt, was ihr beim Einkaufen im Unverpackt-Laden beachten solltet.

Tipp 1: Eigene Behälter und Beutel mitbringen

Da wir in einem Unverpackt-Laden einkaufen, brauchen wir für die Lebensmittel Behälter oder Beutel, in denen wir sie transportieren können. Dabei muss es nicht immer ein Glasbehälter sein – die sind schwer und für einen Wocheneinkauf sehr unhandlich. Für trockene Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder Hülsenfrüchte könnt ihr ganz einfach Stoffbeutel oder Tupper- und Edelstahldosen verwenden. So habt ihr auch kein Problem, wenn ihr mit dem Fahrrad unterwegs seid. Zuhause solltet ihr dann die Lebensmittel in Glasbehälter füllen, um sie insbesondere vor Feuchtigkeit zu schützen. Die Behälter sollten luftdicht zu verschließen sein, so schützt ihr eure Produkte am besten.

Tipp 2: Behälter und Beutel vor der Befüllung abwiegen

Da ihr natürlich nur das zahlen sollt, was ihr auch kauft, müsst ihr eure Behälter und Beutel vor dem Befüllen abwiegen. In den meisten Unverpackt-Läden steht an der Eingangstür eine Waage, mit denen ihr das Leergewicht eurer Behältnisse bestimmen könnt. Bei eurem ersten Besuch solltet ihr die Mitarbeiter*innen um Hilfe bitten. Sie können euch das System erklären und auf Besonderheiten in dem Laden aufmerksam machen. Ihr müsst eure Behältnisse nicht jedes Mal abwiegen. Beschriftet eure Gläser und Beutel einfach mit dem Leergewicht, das an der Kasse abgezogen wird und verwendet für eure Einkäufe bestenfalls immer die gleichen Behältnisse.

Tipp 3: Planung ist alles

Ein Einkauf im Unverpackt-Laden will geplant sein. Schreibt euch eine Einkaufsliste und stimmt anhand dieser eure mitzubringenden Gläser und Beutel ab. Der Einkauf mit Hilfe einer Liste spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Ihr greift nicht wahllos in die Regale, sondern kauft nur das, was ihr wirklich (ver-)braucht.

Solltet ihr mal spontan an einem Unverpackt-Laden vorbeikommen und etwas brauchen, dann ist ein Einkauf natürlich trotzdem möglich. Viele Unverpackt-Läden bieten Stoffbeutel oder Glasbehälter zum Verkauf oder manchmal sogar kostenlos an.

Tipp 4: Über das Sortiment im Unverpackt-Laden informieren

Die Auswahl an Lebensmitteln in Unverpackt-Läden ist mittlerweile groß, trotzdem erwartet euch nicht das Sortiment eines herkömmlichen Supermarkts. Die meisten Unverpackt-Läden haben eine eigene Internetseite oder sind in sozialen Netzwerken unterwegs und präsentieren hier ihr Angebot.

Tipp 5: Für den ersten Besuch Zeit einplanen

Wenn ihr Neulinge in Sachen Unverpackt-Laden seid, dann solltet ihr für euren ersten Besuch ein bisschen Zeit einplanen. Lasst euch das System in eurem Unverpackt-Laden durch die dortigen Mitarbeiter* innen erklären. Das selbständige Befüllen seiner Behälter ist ungewohnt und will geübt sein. Aber keine Angst, die Routine stellt sich schnell ein.

Vielleicht macht ihr eueren nächsten Einkauf nicht im Supermarkt, sondern im Unverpackt-Laden bei euch um die Ecke. Wir würden uns freuen. Für all diejenigen die keinen Unverpackt-Laden in ihrer Nähe haben, empfehlen wir den Gang über den Wochenmarkt. Auch hier findet ihr viele unverpackte Lebensmittel. Ansonsten ist natürlich auch der bewusste Einkauf im Supermarkt ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Der Griff zum Produkt in der Pappverpackung kann ein Anfang sein. Wir wünschen euch viel Spaß und wie immer gilt: Setzt euch nicht unter Druck, denn Nachhaltigkeit nachhaltig umzusetzen, braucht seine Zeit.

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