Greif‘ doch mal zur Alternative!

Noch im Halbschlaf öffnen wir den Kühlschrank. Der Griff zum Karton mit dem Bild einer glücklichen Kuh geschieht in behäbiger Routine. Ein Schluck in den ersehnten Muntermacher – 2-3 Milchkaffees über den Tag verteilt. Am Nachmittag vielleicht noch ein Cappuccino. Und auch die Müslischüssel steht bereit, um befüllt zu werden. Der Konsum von Kuhmilch ist bei vielen Bestandteil liebgewonnener und routinierter Tagesabläufe.

In unserem heutigen Blogbeitrag wollen wir euch zeigen, wie ihr euren Alltag auch im Bereich Ernährung nachhaltiger gestalten könnt und dabei gewohnte Abläufe und liebgewonnene Rituale nicht verliert. Nachhaltigkeit bedeutet zwar den Willen zu haben, etwas verändern zu wollen, aber eine solche Veränderung muss nicht mit einem Verzicht einhergehen, sondern kann auch eine Bereicherung für euch sein. Die meisten von euch kennen bereits die ein oder andere pflanzliche Alternative zur konventionellen Kuhmilch. Hafer-, Soja-, Mandeldrink und Co findet ihr mittlerweile nicht mehr nur im Bioladen oder Reformhaus, sondern auch in den Regalen von Supermärkten und Discountern. Geschmacklich können diese Varianten mit ihrer Vielfalt auftrumpfen, aber stellen sie auch eine wirkliche Alternative in Sachen Nachhaltigkeit dar? Das haben wir uns mal genauer angeschaut.

Zunächst aber der Kuhmilch-Faktencheck:

Im Jahr 2018 wurden in Deutschland ca. 4,2 Millionen Tonnen Konsummilch verbraucht. Dabei spricht man von Konsummilch, wenn die Milch in unverändertem Zustand an den Endverbrauch weitergeben wird. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Konsummilch lag damit in Deutschland im Jahr 2018 bei 50,6 kg. Diese Nachfrage, die wir als Konsumenten bestimmen, kann jedoch nur mit einer großflächigen Massentierhaltung gedeckt werden. Der Milchkuhbestand in Deutschland liegt bei ca. 4,1 Millionen Tieren, die sich auf 61.087 Milchkuhbetriebe in Deutschland verteilen. Zusätzlich werden im Jahr ca. 228 Tausend Tonnen Milch nach Deutschland importiert. 697 Tausend Tonnen Milch gelangen von Deutschland aus ins Ausland. Dabei entstehen bei der Herstellung von einem Liter Milch im globalen Durchschnitt ca. 2,4 kg Kohlendioxid. In Europa liegt die Klimabelastung etwa bei 1,3 kg Kohlendioxid. Ursache für diese klimaschädlichen Emissionen ist dabei der Verdauungsapparat der Kuh. Emissionen, die durch den Transport, die Verarbeitung, Lagerung und den Handel entstehen, werden in diesen Zahlen nicht berücksichtigt. Doch was ist mit den pflanzlichen Alternativen? Eine allgemeine Antwort kann man nicht treffen. Es ist wichtig, dass man die einzelnen pflanzlichen Alternativen genauer unter die Lupe nimmt:

  • Sojamilch:</strong >Der Anbau von Soja wird berechtigterweise stark kritisiert. Durch ihn werden riesige Flächen an Regenwald abgeholzt, Grundwasser verunreinigt und Böden stark belastet. Dabei wird jedoch 85% der weltweiten Sojaernte zu Sojaschrot und Sojaöl verarbeitet. 97% des Sojaschrots werden anschließend zu Tierfutter weiterverarbeitet und sind somit Energielieferant für unsere Milchkühe. Für die Sojamilch stammen die Sojabohnen größtenteils aus Europa (Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Italien und Österreich. Im direkten Vergleich zur Kuhmilch verbraucht die Sojamilchherstellung weniger Ressourcen: So wird beispielsweise 60% weniger Fläche beansprucht und nur etwa ein Viertel an Treibhausgasen verursacht. Wichtig ist also, dass ihr beim Konsum von Sojamilch darauf achtet, woher die Sojabohnen stammen.
  • Mandelmilch: Die zur Produktion von Mandelmilch erforderlichen Mandeln stammen zu 80% aus Kalifornien. Dabei ist die Bewässerung der Mandelplantagen ein großes Problem. Durch die Produktion von Mandelmilch wird zwar im Vergleich zur Kuhmilch nur ein Zehntel der Treibhausgase freigesetzt, der Wasserbedarf ist jedoch in etwa 17mal höher. Kritisiert wird zudem, dass die zur Bestäubung der Pflanzen eingesetzten Bienen zum größten Teil an den verwendeten Pestiziden verenden.
  • Hafermilch: Der Hafer für die Hafermilch wird in Deutschland und Europa angebaut. Nach einer Studie, die durch einen Produzenten von Hafermilch beauftragt worden ist (ist natürlich nicht unabhängig…, vllt gibt es noch eine andere Quelle?), verbraucht die Herstellung von Hafermilch nur knapp 40% der Energie, die zur „Herstellung“ von Kuhmilch benötigt wird. Außerdem ist der Flächenbedarf um etwa 80% geringer.

Natürlich gibt es noch weitere pflanzliche Alternativen zur herkömmlichen Kuhmilch. Wenn euch das Thema interessiert, würden wir uns freuen, wenn wir euch dazu motivieren können, euch über weitere Alternativen zu informieren. Alle pflanzlichen Alternativen haben den unschlagbaren Vorteil, dass für sie keine Kuh als Produzentin herhalten und unter der Massentierhaltung leiden muss. Vielleicht greift ihr ja bei eurem nächsten Einkauf zu einer der pflanzlichen Alternativen. Der Weg zu einer nachhaltigen Zukunft beginnt mit einem kleinen Schritt und der kann bereits in der Entscheidung für oder gegen eine pflanzliche Milchalternative liegen. Seid euch bewusst, dass ihr als Konsumenten einen großen Einfluss auf das Angebot in den Supermarktregalen habt.

 

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