Biotonnen braucht das Land

In jeder 5. Gemeinde in Deutschland gibt es keine Biotonnen und so landet der Biomüll in vielen deutschen Städten immer noch im Restmüll. Dabei besteht seit 2015 die gesetzliche Pflicht zur Getrenntsammlung von Bioabfällen. Bei einer flächendeckenden Umsetzung dieser Verpflichtung durch die Gemeinden als Adressaten könnten bis zur vier Millionen Tonnen Biomüll zusätzlich gewonnen werden. Dieser Abfall könnte dann zur Energiegewinnung genutzt oder zu Mineraldünger weiterverarbeitet werden. Derzeit missachten 24 Gemeinden die Verpflichtung gänzlich. Andere bieten ausschließlich ein Bringsystem an, bei dem der Biomüll an zentralen Stellen gesammelt wird. Praxistauglich ist das eher weniger. Während sich ein solches System bei Altpapier und Altglas in vielen Städten etabliert hat, ist das Bringsystem für Bioabfälle bereits aus hygienischen Gründen nur schwer umsetzbar und scheitert meist an der Bereitschaft der BürgerInnen. Doch wie geht mach richtig und nachhaltig mit dem anfallenden Biomüll ohne die entsprechende Tonne um? Wohnst du vielleicht auch in einer Gemeinde, in der es keine Biomülltonne gibt? Wir haben für dich ein paar Ideen zusammengetragen, wie du mit deinem anfallenden Biomüll umgehen kannst.

Lege deinen eigenen Kompost an

Hast du einen Garten oder einen Balkon? Dann kannst du deinen eigenen Kompost anlegen. Anleitungen dazu findest du im Internet. Mittlerweile gibt es sogar eigens für den Balkon konzipierte Kompostbehälter. Dein Biomüll landet so nicht mehr im Restmüll und du kannst deine eigene Erde und den Dünger für deine Garten- und Balkonpflanzen selbst herstellen.

Wurmkiste für die Küche

Aber auch für diejenigen, die keinen Garten oder Balkon haben, gibt es eine Alternative zur Biomülltonne: Die Wurmkiste! Für ca. 130 € kannst du bei einem Wurmfarmer eine Spezialkiste, Kompostwürmer, Starterde und Mineralstoffe als Wurmfutter kaufen. Dabei sind diese Kisten so konzipiert, dass du sie nicht im Freien aufstellen musst, sondern sie auch in deiner Küche einen Platz finden.  Nach dem du das Starterpakte gekauft hast dauert es etwa ein halbes Jahr bis die Würmer soweit sind, dass sie den aufkommenden Bioabfall einer vierköpfigen Familie bewältigen können. In der Spezialkiste versorgen die Würmer die Abfälle ständig mit Luft, sodass keine schlechten Gerüche entstehen. Fleischreste dürfen nicht in die Wurmkiste – der Verwesungsprozess führt zu Gestank. Außerdem sorgen die Proteine aus Fleischresten und Milchprodukten dafür, dass sich Stubenfliegen in der Kiste einnisten. Mit der Wurmkiste reduzierst du nicht nur deinen Müll, sondern produzierst auch Erde und Wurmtee, der als Flüssigdünger deine Zimmerpflanzen zum Blühen bringt.

Es bleibt zu hoffen, dass die Gemeinden in Zukunft ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachkommen. Solange kannst du jedoch dafür sorgen, dass dein Biomüll nicht mehr in der Restmülltonne landet. Viel Spaß beim Kompostieren und als WurmfarmerIn.

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